Jagd- und Erkundungsverhalten von Katzen

Die Jagd

Die Beschäftigung, der Katzen ausserhalb ihres Primärheimes nachgehen sind die Jagd und Erkundungsgänge. Das sind die wichtigsten Beschäftigungen einer jeden Katze und sie nehmen täglich zwischen 3 und 11 Stunden in Anspruch!

 

Die Jagd ist nicht abhängig vom Hunger der Katze. Auch gut genährte und nicht hungrige Tiere jagen gut, fressen jedoch die Beute nicht.

 

Bei Freilaufkatzen findet das Jagen meistens ausserhalb der Kernzone statt. Eine Katze geht dazu auf ein Jagdgelände. Dort beginnt die Suche nach der Beute. Besonders beliebt sind abgemähte Wiesen, vermutlich weil die Beute hier schlechte Deckung hat. 

 

Auf die Jagd geht die Katze alleine, hier ist sie Einzelgänger. Das mag mit der Grösse der Beute zusammenhängen, die von einer Katze allein bestens gefangen und verspeist werden kann. 
Auch gut auf Artgenossen sozialisierte und freundliche Katzen sind zu anderen Katzen abweisend wenn sie sich auf der Jagd befinden. Katzen, die ein Jagdgebiet miteinander teilen kooperieren ihre Jagdaktivitäten so, dass sie sich nicht begegnen.

 

Eine Katze die auf der Jagd ist bewegt sich nur langsam und äusserst aufmerksam. Sie bleibt immer wieder stehen und beobachtet die Umgebung. Bei einem Mausloch verharrt sie längere Zeit und ist konzentriert bis aufs äusserste. Kommt eine Maus zum Vorschein, springt die Katze erst los wenn die Maus sich etwas vom Loch entfernt hat. Dieses Verhalten nimmt dem Beutetier die Chance, sofort wieder ins Loch zu verschwinden.
Genau dasselbe Verhalten können wir bei Wohnungskatzen beobachten wenn wir mit ihnen spielen. Bevor sie auf die angebotene Schnur Jagd machten kauern sie sich hin und verharren einen Moment, dann springen sie los.

 

Bereits bei Katzenwelpen erregen Geräusche jeglicher Art grosse Aufmerksamkeit. Sie haben ein ausgezeichnetes Gehör und enorm bewegliche Ohrmuscheln. Diese erlauben es ihnen, feinste Laute zu lokalisieren. Das Fangen der Beute wird jedoch durch die Bewegung der Beute selber ausgelöst. 

In der Regel verbringen Weibchen mehr Zeit auf der Jagd als Kater.

 

Die Beute

Alles was kriecht und fliegt wird von Katzen gefachen, seien dies Mücken, Blindschleichen, Mäuse, Würmer, Käfer, Kaninchenb usw. Bevorzugt werden jedoch Mäuse und Ratten.

 

Katzen, die Mäuse und Ratten fangen gelten in der Regel als nützlich., Jagt eine Katze Vögel oder Niederwild, wird dies als negativ und schädlich gewertet. Diesen Unterschied kennt die Katze nicht. Sie richtet sich nach dem Angebot.  Das Angebot bestimmt im wesentlichen der Mensch mit den bereinigten Vorgärten wo Mäuse nicht geduldet werden.

 

Eine erwachsene Katze braucht je nach Temperament und Aktivität 150-200 g Maus pro Tag. Die Standardmaus wiegt dürftige 20 g. Um satt zu werden müsste der Haustiger folglich 8-12 Nager zur Strecke bringen - eine pure Illusion in Bezug auf die Vorgärten. Mit der Hatz auf das Fertigfutter im Napf ist sie da schon glücklicher. Um den Jagdtrieb abreagieren zu können tut es ja auch eine Spielmaus oder ein sich im Winde bewegender Zweig.

 

Hat die Katze die Beute gefangen, frisst sie diese in der Regel nicht da wo sie gefangen wurde. Sie trägt ihre Mahlzeit an einen ruhigen Platz wo sie ungestört schmausen kann oder sie bringt den Fang ihren Jungtieren. Manche Katzen "versorgen" auch ihre Menschen mit dieser Nahrung. Schelten Sie ihr Tier ab solch grosszügigen Geschenken nicht, sie wird es nicht verstehen und sich einen netten Nachbarn suchern, der die Gaben mehr schätzt.

 

Vögel werden vor dem Verzehr gerupft. Es gibt Wohnungskatzen, die dieses Verhalten leidenschaftlich an Kartonschachteln ausleben und diese ersatzweise zerzausen.

 

Erkundungsaktivitäten

Katzen erkunden optisch und geruchlich. 

Zur geruchlichen Erkundung setzt die Katze ihr Riechorgan ein und orientiert sich an den Gerüchen, die sie interessieren. Katzen besitzen das Jacobsohnsche Organ, ein Organ das der Geruchs- und Geschmackserkennung dient und hinter den oberen Eckzähnen im Rachen den Eingang in Form von zwei Löchlein hat. Wenn die Katze dieses Erkennungsorgan einsetzt sieht es aus als ob sie flehmen würde.

 

Auch Sichern und Fixieren sind Erkundungsaktivitäten. Eine Katze die ihre Umgebung optisch sichert oder etwas fixiert das ihre Aufmerksamkeit erregt ist in höchster Aktivität, sozusagen auf dem Sprung.

 

Vor allem Katern sieht man jeweils an dass sie Erkundungen hinter sich haben. Ihre Bodybuilder-Körper sind zerzaust und oft sehen sie auch zerfetzt aus, besonders währen der Paarungszeit. 
Einer Wohnungskatze kann man grösstes Vergnügen bereiten wenn man ihr immer mal wieder etwas fremd und interessant riechendes nach Hause bringt.

 

Beobachten

Katzen beobachten ihre Umgebung am liebsten von erhöhten Beobachtungsplätzen aus. Alles, was um sie herunmg vorgeht ist interessant. Da Ktivität nicht gleich Mobilität ist, sind diese Katzen keineswegs inaktiv, sondern sie beschäftigen sich. Definiert man Schlfen auf Ruhestellung mit geschlossenen Augen so stellt man fest, dass freilaufende Katzen äusserst aktiv sind. Beobachten gehört zu den häufigsten alltäglichen Aktivitäten, ob von einem Beobachtungsplatz aus oder beim Spaziergang auf der Erkundungstour.

 

Wohnungskatzen beobachten ihre Umgebung gerne vom Fensterbrett aus. Sie schauen, was im Garten läuft, was auf der Strasse passiert und wenn sie auf dem Balkon sitzen, die Vögel beobachten oder Geräusche und Gerüche analysieren, sind sie schwer beschäftigt.