Die Mensch-Katze-Beziehung

Sozialisation 

Auch bei Katzen gibt es eine sogenannte sensible Phase in Bezug auf die Sozialwerdung gegenüber Artgenossen und Menschen. Sie dauert von der 2. bis zur 7. Woche. In dieser kurzen Zeit findet die Sozialisierung statt. Jegliche Erfahrungen, auch mit dem Menschen, hinterlassen in dieser Zeit einen besonders tiefen, stabilen und dauerhaften Eindruck, ob positiv oder negativ.

 

Katzen, mit denen sich der Mensch erstmals nach der 7. Lebenswoche beschäftigt hat verhalten sich häufig so, als ob man sich nie mit ihnen beschäftigt hätte als sie jung waren. Sie entwickeln sich zu scheuen Tieren und wenn, dann ist es nur mit sehr viel Geduld, Einfühlungsvermögen und grossem Einsatz möglich, sie zutraulich zu machen. Ihre Scheu verlieren sie dann höchstens gegenüber einer Bezugsperson und auch dies nur begrenzt.

 

Innerartlich werden diese Katzen jedoch meist gut sozialisiert, da sie mit Geschwistern aufgewachsen sind.

 

Eine zutrauliche Mutterkatze vereinfacht eine Sozialisierung der Welpen auf den Menschen beträchtlich. Gut auf den Menschen sozialisierte Tiere können sich auch Jahre später noch an neue Menschen gewöhnen. Umgekehrt merkt man es nicht sozialisierten Katzen noch Jahre später an, dass nicht alles optimal gelaufen ist und Umplatzierungen machen ihnen viel mehr Mühe.

 

Trotz guter Sozialisation gehen rund 15% dieser Tiere keine enge Bindung mit dem Menschen ein.

 

Was ist zu beachten damit eine gute Beziehung möglich ist

Jede Katze, und gleichen sie sich untereinander auch noch so sehr, hat ihren eigenen, individuellen Charakter. Die Grundbedürfnisse und Ansprüche sind jedoch bei allen Hauskatzen diselben, sie unterscheiden sich lediglich in der Intensität.

 

Die Erfüllung der Ansprüche und Bedürfnisse der Tiere sind die besten Voraussetzungen für die Harmonie in der Mensch-Katze-Beziehung. Dabei spielt natürlich auch die Erwartungshaltung des Menschen eine Rolle und es ist deshalb wichtig, dass die "richtige" Katze gewählt wird.

 

Katzen müssen nicht unbedingt in der Wohnung geboren werden um später Wohnungskatze sein zu können. Als Jungtiere passen sie sich jedoch besser an das Leben in der Wohnung an als Katzen, die Freilauf gewohnt sind. Es ist nicht grundsätzlich mölgich eine erwachsene Freilaufkatze zur reinen Wohnungskatze "um zu funktionieren". Das kann sehr unliebsame Reatkionen geben wenn die Katze empfindlich ist. Bei Kätzinnen klappt die Umstellung eher als bei Katern, vermutlich weil Weibchen von Natur aus bereits einen kleineren Lebensraum beanspruchen als Kater.

 

Mangelhaft sozialisierte Katzen suchen den Kontakt eher am liegenden Menschen weil er dann nicht so gross erscheint. Liegt er zudem noch zugedeckt auf Couch oder Bett, so dass nur der Kopf sichtbar ist, wirkt er nicht so bedrohlich für das Tier.

Solch scheue Katzen suchen den Kontakt zu ihren Menschen mit Vorliebe nachts, wenn er schläft. Zudem ist das Bett in Abwesenheit des Halters ein idealer Geruchsträger den die Katze schätzt. Einer scheuen Katze sollte der Zugang zum Schlafzimmer unter keinen Umständen verwehrt werden.

 

Dass Kater zutraulicher sind als Kätzinnen ist ein Ammenmärchen. Der Unterschied liegt darin, dass sich Kater anders ausdrücken als Weibchen. Hat man eine sehr gut sozialisierte und zutrauliche, verschmuste Katze muss man dies auf der anderen Seite "auslöffeln" da diese Katzen durchaus nachts übers Bett rasen, oder als Gipfel der Zutraulichkeit unter der Bettdecke schlafen wollen. Von Kopfkissen die in Beschlag genommen werden ganz zu schweigen.

 

Auf keinen Fall sollte eine scheue Katze dazu gezwungen werden, einem auf den Schoss zu sitzen. Das Vertrauen dieser Katzen erhält man am besten, wenn sie von Hand gefüttert wird, man mit ihnen spielt und sie nicht zu grosser Nähe zwingt.

Hat man eine scheue Katze daran gewöhnt dass sie das Futter auch aus der Hand nimmt und dass sie mit einem spielt, dann kann man damit beginnen, sie jeweils kurz über den Rücken zu streicheln während sie beschäftigt ist. So kann sie sich an Berührungen gewöhnen. Es sollte ihr jedoch niemals zuviel werden und es lohnt sich, wenn man sich selber in dieser Hinsicht beherrscht.

 

Scheue Katzen haben Mühe eine Bindung einzugehen. Vor allem wenn unter Bindung ein intensiver Körperkontakt mit dem Tier verstanden wird. Trotzdem können sich diese Katzen daran gewöhnen, gestreichelt zu werden. Aber bitte nur dann, wenn es die Katze möchte.